Mit Körpersprache online überzeugen
15. November 2021

Authentisch vortragen und präsentieren

In der heutigen skeptischen und informationsgetriebenen Welt ist die Fähigkeit authentisch mit anderen zu kommunizieren sehr begehrt. Hat ein Speaker diese Eigenschaft, kann er oder sie andere Menschen inspirieren und Einfluss auf Individuen, Teams und Organisationen haben. Hat er sie jedoch nicht, kann ein potenzieller Moment der Verbundenheit scheitern.

 

Vor einer Gruppe von Menschen zu sprechen und „authentisch du selbst“ zu sein, klingt so einfach, ist jedoch meistens schwer.

 

Die meisten verstellen sich und zeigen nicht ihr wahres Ich.

 

Authentisches Auftreten und Kommunizieren schafft Nähe und Verbundenheit.

 

Lass uns mal sehen, was ein authentischer Speaker macht. Hier sind sechs Faktoren, um dein authentisches Selbst zu zeigen, wenn du vor Publikum sprichst.

 

 

Sei du selbst. Jeder andere ist bereits vergeben.

Oscar Wilde

 

1. Vergiss perfekt – sei einfach du selbst

Die meisten von uns sind sehr entspannt und selbstbewusst, wenn wir mit unseren FreundInnen oder der Familie zusammen sind. Wir können Geschichten erzählen und sogar Witze reißen. Jedoch ändert sich das, wenn wir auf einer Bühne stehen. Sprechen wir zu einem Publikum setzen wir meist eine Maske auf und verwenden eine andere Stimme.

 

Ehrlich, bei meiner Ausbildung zur Moderatorin ist mir das selbe passiert. Ich war einfach nicht Ich. Ich wollte voller Energie und Elan sein und mein Publikum mitreissen. Als ich ein Video von meinem ersten Moderationsauftritt gesehen habe, ist es mir wie Schuppen aus den Augen gefallen. Ich dachte mir, wer ist diese Person? Das bin nicht ich. Ich komme viel zu unnatürlich rüber.

 

Es scheint so einfach zu sein, oder? Einfach du selbst sein und dich nicht verstellen. Aber weshalb können wir nicht wir selbst sein, wenn wir vor Publikum sprechen?

Der Grund ist, wir wollen beim Public Speaking  perfekt sein, auf einem hohen Level präsentieren und eine nahezu fehlerfreie Performance abliefern. Die Leute sehen uns als ExpertInnen an, bilden Meinungen und Wertungen, weshalb wir lieber unser bestes Verhalten an den Tag legen wollen.

Authentisch zu sein bedeutet jedoch nicht perfekt zu sein, es geht vielmehr darum aufrichtig und echt zu sein.

 

Daher der erste Tipp, verstelle dich nicht. Sei einfach du selbst. Nimm deinen Auftritt auf und analysiere dich nachher selbst und finde so immer mehr zu deiner goldenen authentischen Mitte.

 

2. Plaudere wie mit einem Freund

In Situationen, in denen wir öffentlich sprechen, werden so viele von uns zu einer komplett anderen Person. Wie oft hast du schon eineN FreundIn, KollegIn oder ein Teammitglied auf der Bühne oder bei Meetings gesehen und hast die Person fast nicht wiedererkannt? Und wie oft hast du dich selbst unbewusst in eine andere Person verwandelt, als du einen Vortrag gehalten hast? Public speaking kann unser wahres Selbst schrumpfen und uns in eine Rolle schlüpfen lassen. Um das zu vermeiden vergiss, dass du eine Präsentation hältst. Sieh es lieber als Konversation, als würdest du gerade mit FreundInnen oder deiner Familie sprechen. Entspanne dich. Du musst nichts predigen oder diktieren, sondern dein Wissen und deine Expertise mit Menschen teilen.

 

Aber Public Speaking ist doch eine Performance! Wie also kannst du performen und gleichzeitig authentisch sein? Obwohl Public Speaking eine Performance ist, kann es nicht mit Schauspielen gleichgesetzt werden. Als SchauspielerIn gibst du vor, jemand anderes zu sein, als Public Speaker bist du jedoch du selbst. Der Trick ist, so natürlich zu wirken, dass es nicht den Anschein erweckt, als würdest du eine Rolle spielen!

 


Das zeigt auch dieses Beispiel: Als ich bei Toastmasters International am jährlichen internationalen Redewettbewerb zugesehen habe, gab es einen von acht Finalisten, den ich besonders toll gefunden habe. Er hat alles gegeben, hat mit der Kamera gespielt, Humor und Storytelling eingesetzt. Er hat etwas übertrieben, aber für mich war er ein Entertainer und der klare Gewinner. Er wurde jedoch „nur“ Zweiter. Die Gewinnerin hat mich hingegen nicht sehr überzeugt. Ich habe dann im Vienna Speakers Club, wo ich Präsidentin bin, die drei besten Redner gezeigt, ohne zu sagen, wer gewonnen hat. Danach habe ich die Leute abstimmen lassen, wer ihrer Meinung nach auf dem ersten Platz gelandet ist. Die meisten haben für die echte Gewinnerin gestimmt. Auf meine Frage weshalb, bekam ich die Antwort: Sie kam am authentischsten rüber, als würde sie mit einer Freundin reden. Dieses Beispiel zeigt sehr schön, dass Präsentieren, als würde man mit FreundInnen plaudern echt wirkt und am besten beim Publikum ankommt.

 

Der Großteil von Public Speaking, egal ob in der Arbeit oder auf einem Event, sollte so wirken, wie ein Gespräch im Plauderton – ganz entspannt und ungezwungen. Du musst wirklich und authentisch zu deinem Publikum sein, denn wenn du es bist, hören dir die Leute mit ihrem Herzen zu.

 

 

3. Zeige deine unterschiedlichen persönlichen Facetten und bleibe dabei natürlich

Es geht darum, deinen ZuhörerInnen dein echtes Selbst durch deine Worte, deine Stimme und deine Körpersprache zu zeigen. Authentisch sein bedeutet also „echt sein“. Wenn wir echt sind, überzeugen wir und gewinnen Vertrauen. Es geht nicht primär darum andere zu beeindrucken, sondern den Menschen unser wahres Ich zu zeigen. Das zu wissen, nimmt uns den Druck und macht uns und unsere Botschaft spannender, interessanter und vor allem greifbarer.

 

Authentizität steht nicht im Widerspruch mit den vielen Facetten in uns. Ich, als Danja,  will zu Hause ruhig und gemütlich sein. Doch auf der Bühne bin ich viel quirliger. Trotz dieser verschiedenen Facetten kann ich echt wirken. Wenn ich auf der Bühne stehe, gibt mir das sehr viel Energie und ich bin aufgeweckter, als in anderen Situationen, obwohl ich trotzdem noch ich selbst bin.

 

Dennoch muss ich mich beim Reden vor Publikum anpassen. Rede ich über Fakten und will Informationen vermitteln, spreche ich ruhiger und lege mehr Pausen ein, auch wenn ich in normalen Gesprächen eher schnell und ohne Pausen rede. Man kann sich also ruhig etwas anpassen, um zu überzeugen und zu begeistern und Inhalte passend rüberzubringen.

 

Zeige ruhig deine unterschiedlichen persönlichen Facetten und bleibe natürlich.

 

 

4. Befreie dich vom textlichen Korsett und sprich frei

Das Energielevel von authentischen Speakern ist hoch und sie kennen ihren Text, ohne übermäßig einstudiert zu wirken. Sie lesen keine PowerPoint Folie ab oder lassen nicht die Folien die Präsentation dominieren. Ebenso lesen sie nicht von ihren Notizen ab oder merken sich  nicht die Rede Wort für Wort.

 

Mir ist das letztens bei einer Kundin bei meinem Public Speaking Coaching aufgefallen. Ich habe ihr beim Präsentieren zugehört und gemerkt, dass es etwas komisch klingt. Ich habe sie gefragt, ob sie ihren Text abliest, worauf sie mit Ja geantwortet hat. Genau das war das Problem, es hat einfach nicht natürlich geklungen. Sie hat ihren Text abgelesen, weil sie keinen Fehler machen wollte, doch dieses Streben nach Perfektion wirkt der Authentizität entgegen. Man sollte lieber ein paar Fehler machen, als abzulesen. Denn das ist menschlich und wirkt auch viel echter.

 

Auch du kannst das schaffen. Bereite dich gut auf deine Rede vor.  Aber versteife dich nicht darauf, Wort für Wort auswendig zu können. Denn übermäßiges Proben kann beim tatsächlichen Redauftritt unauthentisch und steif wirken.

Die Struktur und der Inhalt deines Vortrags sollten dir geläufig sein. Du solltest wissen, welche Folie als nächstes kommt oder welche wichtigen Punkte du aufzeigen möchtest. Vertraue darauf, die richtigen Worte zu finden, wenn es so weit ist. Jedes Mal, wenn du deine Präsentation und den Text vorab übst, sollte er ein bisschen anders sein. Deine Ideen und ihre Reihenfolge sollten sich nicht verändern, jedoch sollte der Großteil von dem, was du sagst nicht „vorgeschrieben“ sein.

 

 

5. Erzähle persönliche Geschichten und zeige dich verletzlich

Das Publikum will eine Verbindung mit dem Präsentator aufbauen. Storytelling kann dabei sehr hilfreich sein, um diese Verbindung herzustellen und das Vertrauen der ZuhörerInnen zu gewinnen. Schenke deinem Publikum Einblicke in deine Erfahrungen oder teile persönliche Geschichten mit ihnen. So musst du dir nichts ausdenken und durch deine Erzählungen wirkst du viel authentischer auf die Menschen.

Habe keine Angst dabei verletzlich zu sein. Versuche aus deinem Herz zu sprechen. Sei verwundbar, teile eine Geschichte aus einer Zeit, in der du am Boden warst und versucht hast etwas zu verändern. Verletzlich zu sein ist keine Schwäche. Es braucht viel Mut, zu sein wer wir wirklich sind. Die Verbindung mit dem Publikum entsteht, wenn wir unsere Erfahrungen, Niederlagen und Erfolge teilen. Wenn du die Leute teilhaben lässt, sehen sie sich selbst und wissen, es ist okay sie selbst zu sein. Du bist die Botschaft, also teile deine Geschichte, sei verletzlich und authentisch. Sei einfach du selbst!

 

 

 

„Die Worte sind wertlos, wenn du sie nicht mit der richtigen Körpersprache und Stimm-Melodie unterstreichst.

Stefan Verra, Experte für Körpersprache

 

 

6. Vertraue auf deinen Körper, er weiß was er sagt

Manche Vortragsredner wirken mit ihrer Körpersprache künstlich. Das kommt daher, dass die nonverbalen Signale, die sie senden, ihren Worten widersprechen. Zum Beispiel zu sagen „Ich bin sehr begeistert heute hier zu sein“ mit einer monotonen Stimme und einem gleichgültigen Gesichtsausdruck. Wenn eine Trennung zwischen unserer verbalen und nonverbalen Kommunikation besteht, beurteilen uns die Menschen bestenfalls als nicht überzeugend und schlimmstenfalls als falsch.


Unsere Körpersprache wird von unseren Emotionen oder Impulsen unseres Gehirns gelenkt, die den bewussten Gedanken vorausgehen. Authentische Gesten kommen bevor wir überhaupt daran denken Wort auszusprechen. Wenn Gesten nach den Worten eingesetzt werden, sieht dies daher künstlich aus. Nimm dir daher Zeit, dich auf deine Botschaft und wichtige Punkte zu fokussieren, anstatt über deine Handgestik nachzudenken. Das hilft dir dich durch natürliche und entspannte Körpersprache authentisch mit deinem Publikum zu beschäftigen

 

 

Fazit


Authentisch zu sein heißt du selbst zu sein. Versuche dich nicht zu verstellen und teile Persönliches mit deinem Publikum, um eine Verbindung mit ihnen zu schaffen. Deine Präsentation sollte nicht einstudiert wirken, sondern so als würdest du mit FreundInnen oder deiner Familie sprechen. Übe daher deinen Text möglichst natürlich zu präsentieren und verzweifle nicht, wenn es nicht perfekt ist. Perfekt war gestern – Authentisch ist das neue Perfekt!

 

Willst du bei deinen Vorträgen und Präsentationen authentisch sein und wirken? Dann kontaktiere mich gerne unter info@danjabauer.com. Ich gebe dir mein ehrliches Feedback.

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