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Mit Körpersprache online überzeugen

Der größte Teil unserer Kommunikation passiert nonverbal. Es kommt zwar auch darauf an was du sagst, jedoch ist viel wichtiger was dein Körper sagt. Körpersprache kann dir in allen Lebensbereichen helfen und ist bei Online-Vorträgen wichtig, um deine Botschaft zu unterstreichen. Bei Aufzählungen, wie 1., 2., 3., zeige ich das gerne auch mit der Hand, damit ich meine Botschaft und die ZuhörerInnen leite. Aber es gibt noch viel mehr, wie du mit Körpersprache deine Wirkung bewusst unterstreichst und souverän kommunizierst. 

In diesem Beitrag erfährst du, wie du die Macht der Körpersprache in Online-Meetings richtig einsetzt.

 

1. Zeige mehr als nur dein Gesicht

Viele Leute sitzen bei Online-Präsentationen vor der Kamera und das Publikum sieht meistens nur eine Großaufnahme des Gesichts. Das mag zwar schön zum Ansehen sein, die Körpersprache bleibt dabei jedoch leider komplett unbemerkt. Zeige deshalb nicht nur dein Gesicht, sondern bringe auch deinen Oberkörper ins Bild, damit man deine Gesten sieht. 1/3 deines Bildausschnittes oben sollte frei sein, damit du nicht am Rand klebst oder sogar abgeschnitten wirst.

 

2. Dezente Gesten wirken besser

Du magst es vielleicht von Präsenzvorträgen gewohnt sein, große Gesten zu machen, damit auch das Publikum weiter hinten alles sieht. Doch bei Online-Präsentationen sehen dich deine ZuhörerInnen direkt vor sich auf ihren Bildschirmen, wodurch mächtige Gesten nicht nötig sind. Große und hektische Bewegungen wirken online zudem sehr unruhig. Nach vorne, zur Kamera gerichtete Gesten können manchmal zu dominant, groß und erschreckend wirken. Setze daher lieber auf reduzierte Gesten und führe sie eher seitlich aus als nach vorne. 

 

 

3. Bleibe in deinem Aktionsfenster

Beim Präsentieren hast du immer ein Aktionsfenster. Bei Online-Vorträgen ist es der Bildausschnitt, auf der realen Bühne ist deine Bühne größer. In diesem Aktionsfenster solltest du deine Gesten einsetzen. Wenn du deine Hände sinnunterstützend nutzen möchtest, solltest du diese online etwas höher halten, als es normalerweise der Fall wäre. Verwende dabei eindeutige Gesten, die überzeugend sind und eine Weile im Raum stehen bleiben. Hast du dies einmal verinnerlicht, fühlt es sich nicht mehr komisch an, deine Körpersprache online einzusetzen. Du weißt dann auch, was du mit deinen Händen machen sollst und musst dich an nichts „festhalten“, wie etwa den klickenden Kugelschreiber.

 

 

4. Führe und aktiviere dein Publikum mit Körpersprache


Wohin mit den Händen beim Präsentieren? Immer wieder sehe ich es, vor allem bei Männern, dass die Hände in den Hosentaschen verschwinden. Oder es werden die Arme verschränkt. Beides wirkt unsicher und baut eine Barriere zum Publikum auf.

Lege hingegen die Handflächen locker vor die andere und lasse die Hände hier ineinander ruhen. Oder lasse die Hände ganz bequem und locker in Höhe deiner Flanken. Von hier aus kannst du gut gestikulieren. Kehre nach dem Gestikulieren immer wieder in die Ausgangsposition zurück.

Durch aktive Gestik wirkst du aufgeschlossen und souverän. Außerdem aktivieren Bewegungen das Gehirn des Publikums. Bei Aufzählungen, wie z.B. der erste Punkt, der zweite Punkt, der dritte Punkt, kannst du das auch mit deinen Fingern unterstreichen und somit deine Botschaft noch viel mehr verdeutlichen und dein Publikum führen.

Auf einem zweidimensionalen Bildschirm kann es ZuschauerInnen helfen, wenn du ihre Augen führst. Wenn ich beispielsweise ein Dokument zeige, dann halte ich es z.B. links und wende mich gleichzeitig auch nach links und schaue drauf. So führe ich die Augen meiner ZuseherInnen auf das Dokument.

 

Die Worte sind wertlos, wenn du sie nicht mit der richtigen Körpersprache und Stimm-Melodie unterstreichst.

Stefan Verra, Experte für Körpersprache

 

5. Beherrsche das Wechselspiel zwischen Sympathie und Souveränität – Einblicke in Verra’s Trickkiste

Körpersprache online anzuwenden ist meist neu für viele und oft denkt man angestrengt nach, welche Gesten man nun verwenden soll und welche nicht. Dabei ist es wichtig, natürlich und authentisch zu wirken. Zudem solltest du auch bei wichtigen Informationen Souveränität und Kompetenz ausstrahlen.

Wie unterstreichst du dieses Wechselspiel zwischen Sympathie und Souveränität am besten? Hier ein paar Tipps, die ich bei einem Vortrag von Stefan Verra gelernt habe:


Um sympathisch zu wirken: Bewege dich locker und entspannt, verkrampfe dich nicht zu sehr auf deine nächsten Gesten. Lächle viel, denn auch dies lockert dich und lässt dich zusätzlich freundlicher erscheinen als ein angestrengtes Gesicht. Zeige Asymmetrie , z.B. nur mit einer Hand bewegen.  Damit zeigst du Harmonie in der Körpersprache.

 

Um authentisch zu wirken: Deine Persönlichkeit ist einzigartig und dein Temperament ist deine Lebensbühne. Du ziehst genau die Menschen an, die dich mögen. Wenn du eher ruhig bist, dann sprichst du genau die Menschen an, die das gerne mögen. Wenn du eine lebendige, aufgeweckte Persönlichkeit bist, dann wirst du ebenfalls Fans haben.

Oft glaubt man, man will anders sein, wobei man sich selbst unterdrückt. Deine Körpersprache verspricht etwas und sobald du das Gefühl vermittelst gehemmt zu sein, dann ziehst du keine Menschen an.

Wenn du an deiner Persönlichkeit und Wirkung arbeiten willst, dann musst du zulassen, wofür du geschaffen wurdest. Mit deinem Temperament ziehst du Menschen an, die lieben, dass du ehrlich und du selbst bist.

 

Setze eine dominante Körpersprache bewusst bei Fakten ein:  Wenn du über wichtige Fakten sprichst, willst du, dass die Leute dir zuhören. Hier solltest du unbedingt Souveränität ausstrahlen. Dies erreichst du durch eine stabile Körpersprache und eine ruhige Kopfhaltunge, begleitet mit symetrischen Körperbewegungen (z.B. beide Hände gleich ausgerichtet), einen auf beiden Beinen festen Stand und einen ernsteren Gesichtsausdruck. Jedoch beachte: diese dominante Körpersprache schafft auch Distanz. Darum ist es wichtig, dieses Wechselspiel zwischen Sympathie und Dominanz zu beherrschen.

Hier ein Zitat von Herrn Verra, das mir besonders gefallen hat: „Die Worte sind wertlos, wenn du sie nicht mit der richtigen Körpersprache und Stimm-Melodie unterstreichst.“

 

 

6. Stehen oder sitzen bei Online Präsentationen?

Die meisten Leute präsentieren online im Sitzen, doch ich bin eine Verfechterin von „Im Stehen präsentieren“. Die Körpersprache und auch die Stimme können dabei noch viel mehr fließen. Die Präsenz ist besser, die Stimmer klarer und Gesten lassen sich im Stehen besser einsetzen als im Sitzen. Außerdem steht man auf der realen Bühne doch auch, weshalb also bei Online-Präsentationen nicht?

Andere ExpertInnen meinen, dass Online-Präsentationen im Sitzen mehr Intimität und Verbundenheit mit dem Publikum schaffen. Wenn du sitzen willst – dann bitte gerade! Es passiert oft ganz automatisch, dass wir etwas zusammensacken, sobald wir uns hinsetzen. Dabei ist das ein großer Fehler, denn eine schlechte Körperhaltung vermittelt Desinteresse, Unsicherheit und Trägheit. Daher ist es wichtig sich bewusst gerade hinzusetzen, denn so nimmst du mehr Platz auf dem Bildschirm ein und deine Stimme wird besser projiziert. Setze dich einfach aufrecht hin, stelle beide Beine auf den Boden und atme tief ein und aus, um dich zu entspannen. Ein Polster hinter deinen Rücken platziert, kann dich dabei unterstützen, gerade zu sitzen. Lehne dich zusätzlich noch leicht nach vorne, um interessiert zu wirken und Präsenz zu demonstrieren.

Wie du am liebsten präsentierst, musst du für dich selbst entscheiden, die Hauptsache ist, dass du dich wohl fühlst und dies auch ausstrahlst.

 

7. Körpersprache reduziert Stress

Viele wissen kaum, dass Körpersprache nicht nur unsere Worte unterstützt, sondern sie kann auch helfen Stress zu verringern und Selbstbewusstsein aufzubauen. Das Einnehmen einer sogenannten Power Pose für nur zwei Minuten steigert die Energie und die Stimmung und senkt gleichzeitig das Stresshormon Cortisol. Es geht ganz einfach: Vor der nächsten Präsentation ein paar Minuten hinstellen, sich groß machen und Platz beanspruchen – schon kannst du mit Hilfe deiner Körpersprache online beeindrucken und entspannter vortragen.

 

8. Blickkontakt bedeutet: Blick in die Kamera

Schaue beim Online-Präsentieren deinem Publikum in die Augen. Und hier liegt der große Unterschied zum Offline Präsentieren. Damit sich dein Publikum angeschaut fühlt, musst du unbedingt in die Kamera blicken. Dies beherrschen viele Online-Präsentatoren noch nicht. Das solltest du aber unbedingt drauf haben, um Vertrauen zu deinem Publikum aufzubauen und souverän zu wirken. Wie dir das am besten gelingt, erfährst du in meinem Blog-Artikel über Blickkontakt beim Online-Präsentieren.

 

Fazit


Deine Körpersprache ist online genauso wichtig wie offline, um deine Worte zu unterstützen und Interesse zu zeigen. Dabei ist es wichtig, dass dein Publikum deinen Oberkörper und somit auch deine Gesten gut sieht. Diese sollten jedoch dezenter gehalten werden, sonst wird es zu unruhig. Zusätzlich kann deine Körpersprache dein Publikum führen und Stress reduzieren. Doch das wichtigste ist dabei, natürlich und authentisch zu sein, denn nichts wirkt merkwürdiger als eine steife und einstudierte Gestik. Körpersprache ist dein wichtigstes Hilfsmittel, um Inhalte nachhaltig und wirkungsvoll bei deinem Publikum im Gedächtnis zu verankern und zeugt gleichzeitig von Selbstbewusstsein, was dein Auftreten unterstützt. Setze dich daher gut damit auseinander und übe, um die Macht der Körpersprache online perfekt zu beherrschen.

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